The worst girlfriend in the world - Sarra Manning

Es war mal wieder so weit: Wenn nichts mich mitreißt und ich mich zum Lesen einfach nicht aufraffen kann, dann ist es Zeit für Sarra Manning.
"The worst girlfriend in the world" ist ihr neuestes Jugendbuch, im Mai erschienen und für genau so eine Situation von mir aufgespart. Ein deutscher Erscheinungstermin ist noch nicht bekannt, ich werde mal bei bloomoon nachfragen, die sich ja vielleicht zuständig fühlen könnten, da sie schon "Adorkable" veröffentlicht haben.

Franny hält loyal zu ihrer besten Freundin Alice, obwohl diese durch ihren Verschleiß an Verehrern nicht ganz ungerechtfertigt den Ruf hat "the worst girlfriend in the world" zu sein. Und da Alice durch ihre kokette Art auch schon einige Beziehungen mehr oder weniger zum Spaß zerstört hat, ist sie nicht nur bei ihren Verflossenen unbeliebt, sondern auch bei allen Mädchen im heimischen englischen Küstenkaff.
Franny stört das nicht besonders, auch wenn sie hinter ihrer Freundin fast ein Schattendasein führt. Besonders was männliche Aufmerksamkeit betrifft zieht Franny immer den Kürzeren. Sie projiziert deshalb alle ihre Teenager-Sehnsüchte auf Louis, den scheinbar unerreichbaren Sänger der leider grottenschlechten aber auch einzigen Rockband des Örtchens.
Die Freundschaft mit Alice wird auf eine harte Probe gestellt, als diese auf jeden Freundschaftskodex pfeift und sich Louis als neues Ziel ihrer Verführungskünste aussucht.

Wie immer schafft Sarra Manning dieses relativ platte Szenario zu einer komplexen Geschichte mit glaubwürdigen Charakteren zu machen. Dabei geht sie auch wieder schwierigen Themen nicht aus dem Weg. Es geht nicht nur um Schwärmerei, es geht nicht einmal nur um Mädchenfreundschaften und Zickereien. Es geht um ein rundes Mädchenleben. Mit Familienproblemen, Zukunftsträumen, alten Wunden, Verrat, Vergebung, Liebe und ganz viel Freundschaft. Und einmal mehr um eine großartige, liebenwerte Hauptfigur, die man mit Freude durch das Buch begleitet.

Im Vergleich zu "Adorkable" ist "The worst girlfriend in the world" eher gemäßigt was die Sexualität der Figuren angeht. Es ist frech, aber nicht so schamlos wie Adorkable. Es ist also ohne an Unterhaltungswert zu verlieren wirklich vorbehaltlos auch etwas prüderen Menschen zu empfehlen - ob nun für sie selbst, oder zum Verschenken an Teenager.

Würde Sarra Manning von mir noch Punkte bekommen, wären es natürlich wieder 9. Aber das zählt ja nicht, weil ich befangen bin...



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